Es ist das erste Mal, dass ich wieder so intensiv darüber nachdenke. Mit Wiz Khalifa im Ohr denke ich über mein Leben nach. Wie es ist. Wie es hätte sein können. Was anders gewesen wäre, wenn meine Mutti damals diese Entscheidung getroffen hätte. Manche Menschen würde ich nicht kennen, andere, zum Beispiel den einen, dafür umso besser. Aber so ist es nicht gekommen. So sollte es nicht sein. Stattdessen bin ich damals in einer Klasse gelandet, die mich nicht akzeptierten und mich verspotteten. Ich war nicht so schwach, hab es immer ignoriert und gekämpft. Und es hat aufgehört. Nacheinander sind alle, die mich dumm gemacht hatten, aus der Klasse raus und ich hatte meine Ruhe. Ich konnte den anderen zeigen wie ich wirklich bin und jetzt ist alles besser. Klar, mit den Jungs, mit der Liebe, klappt es immer noch nicht, aber ich bin jung und hab noch mein ganzes Leben Zeit, den einen zu finden. Immer wieder geliebte Lieben, am Ende nur enttäuscht. So soll es nicht mehr sein. Ich werde keine Gefühle mehr zu lassen. Bis ein Junge mich findet und genau diese Liebe, die ich in mir aufgespart habe, zum Leben erweckt. Ich hab es satt immer nur verletzt zu werden, ich lass mir das nicht länger antun. Diese Einstellung, mit der ich schon seit Wochen lebe, geht es mir wirklich besser. Ich kann sagen, dass ich wahrhaft glücklich bin. Es gibt viele Dinge, worüber ich glücklich bin. Auch Kleinigkeiten, wie z.B. dass es einen Menschen gibt, den ich bewundern kann. Wie sinnlos wäre es denn, wenn ich mich vollkommen verschließen würde. Ein bisschen menschlich sein schadet niemanden. Wenn er den Gang entlang läuft und ich diese Schönheit betrachten kann, macht es mich auch glücklich. Besonders dann, wenn er mich anguckt ohne zu wissen, dass er der Junge ist, von dem ich manchmal träume. Es verletzt mich nicht, dass er mich nicht wirklich kennt, dass er nicht so denkt wie ich, dass er er ist. J sagt, er sei kriminell. Ich sage, jeder Mensch kann sich ändern. Und er wird sowieso von einem Kumpel beeinflusst. Aber wie gesagt. Es verletzt mich nicht, dass alles so ist wie es ist. Es macht mich sogar zufrieden, denn es zeigt mir, dass ich jetzt mit solchen Situationen umgehen kann. Dass ich ein anderer Mensch geworden bin. Und das teilweise wegen eben ihm. Er hat mir indirekt verdeutlicht, dass ich mich ändern sollte. Und nochmal: ich habe mich für niemanden verändert, ich hab es aus freien Stücken getan! Wenn ich ihm gefallen wöllte, müsste ich noch viel mehr ändern, aber das würde mir dann selber nicht gefallen. Nein. Wenn dann müsste er mich so akzeptieren wie ich bin. Wenn ich davon rede, dass ich mich wegen ihm geändert habe, dann meine ich, dass ich selbstbewusster sein muss, lockerer und dass es auch noch andere Dinge gibt, in die ich meine Energie setzen kann. Er war meine Motivation. Er hat mir irgendwo gezeigt, dass das Leben auch anders sein kann und das habe ich jetzt erkannt. Es ist wirklich anders geworden. Wenn ich vor oder hinter ihm stehe und nicht sofort rot werde oder irgendeine scheiße mache, dann kann ich das durchaus als positives Zeichen werten. Wenn ich könnte, würde ich ihm das alles sagen. Aber das ist wieder einfacher gesagt als getan. Aber daran will ich gar nicht denken. Ich werde das Leben so leben, wie es kommt. Was passiert, soll sein, was nicht passiert, eben nicht.
Salut! :*

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